In den ersten beiden Teilen dieser mehrteiligen Artikelserie habe ich über meine Anfänge im Sicherheitsdienst Ende 2000 geschrieben. Im Jahr 2001 habe ich die Unterrichtung nach § 34 a GewO absolviert und sammelte die erste Berufspraxis in der Baustellenbewachung. Ende 2001 musste mich mein Arbeitgeber aufgrund der eingetretenen Rezession kündigen und so fand ich Anfang 2002 eine neue Stelle auf einem anspruchsvollen Objekt eines großen Unternehmens. Dort habe ich meine Erfahrung ausgebaut und die Werkschutzlehrgänge I und II absolviert. Im Jahr 2003 habe ich auf dem Oktoberfest München in einem Bierzelt gearbeitet und erste Berufserfahrung im Veranstaltungsschutz gesammelt. Schaut gerne im Teil I und Teil II dieser Artikelreihe nach. Hier geht es mit dem dritten und letzten Teil weiter.
Neuer Job in der Brandschutztruppe
Nach dem Oktoberfest 2004 sollte für mich die spannendste und vielfältigste Zeit meiner gesamten bisherigen Arbeit in der Sicherheit beginnen. Der Standort, an dem ich eingesetzt war, hatte ein hochgerüstetes Objekt mit Kohlendioxidlöschung. Das Objekt hatte eine eigene betriebliche Brandschutztruppe vor Ort, die jederzeit in der Lage war, jeden Ort im Werk zu Fuß zu erreichen. Bei einem Brandalarm wurden sofort abwehrende Brandschutzmaßnahmen durchgeführt, bis die Feuerwehr eintritt. Das war die Kernaufgabe der Truppe.
Im Zuge der Umstrukturierungen Ende 2004 wurde ich mit vier anderen Kollegen für die betriebliche Brandschutztruppe ausgewählt. Nach der ärztlichen Untersuchung nach G26 folgte der Brandschutzlehrgang. Dieser sollte uns an einem Tag die Grundkenntnisse im umluftunabhängigen Atemschutz vermitteln und uns auf die neue herausfordernde Tätigkeit vorbereiten.
Lehrgänge, egal welcher Art, waren seit eh und je etwas worauf man sich schon Wochen im Voraus gefreut hatte. Ob es der Erste-Hilfe-Lehrgang war oder die Werkschutzlehrgänge. Verschiedene Deeskalations- und Englischlehrgänge, man hatte stets eine Menge Spaß mit den Kollegen. Natürlich war man immer bei der Sache und folgte dem Unterrichtsstoff aufmerksam. Aber auf eine lockere und spielerische Art und Weise. Unser Atemschutzlehrgang fand Anfang Dezember 2004 bei der Freiwilligen Feuerwehr in Miesbach bei München statt.
Ein nebliger Samstagmorgen, den ich nie vergessen werde. So authentisch erscheint mir dieser Tag heute, als wäre er gestern gewesen. Solche Tage und Erlebnisse prägen einen Menschen für das ganze Leben. Die Kollegen, mit denen ich damals den Lehrgang besucht habe, begleiteten mich durch die nächsten Jahre. Man war über Jahre am selben Objekt eingesetzt und hatte tagtäglich miteinander zu tun. Auch privat hatte man gemeinsame Interessen.
Aus Kollegen wurden Freunde und im Zuge der nächsten Jahre entwickelten sich einige wirklich gute Freundschaften. Mit einigen Kollegen stehe ich auch heute noch im regelmäßigen Kontakt. Ich musste an den Anfang meiner Tätigkeit 2001 denken. Damals sagte mir ein Kollege aus Nürnberg: „Die Sicherheitsbranche ist wie eine große Familie.“ Tatsächlich sollte ich in den Folgejahren immer wieder ehemalige Kollegen aus den vorhergehenden Unternehmen treffen.
Auch diesen Satz sollte man sich gut einprägen: „Stelle dich gut mit deinen Kollegen, denn der Kollege von heute kann schon morgen dein Vorgesetzter sein.“
Die Arbeit in der Brandschutztruppe

Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Lehrgang begann für die meisten von uns pünktlich zum Jahresbeginn 2005 die Einweisung im abwehrenden Brandschutz. Zugegebenermaßen, man hatte sich die Arbeit dort viel zu naiv vorgestellt. Die Brandschutztruppe trug eine enorme Verantwortung und jede Sekunde konnte im Ernstfall von Entscheidung über Leben und Tod sein. Das war uns aber in unserem jugendlichen Sinn nicht unbedingt bewusst. Dementsprechend wurde es uns in der Ausbildung beigebracht.
Auch wenn ich damals manche Maßnahmen der Ausbilder für hart und ungerecht hielt, so weiß ich heute, dass es so ablaufen musste. Denn nicht jeder ist für den Trupp geeignet. Es musste eine harte Ausbildung durchgezogen werden. Nur durch diese strenge Auslese konnten die besten und fähigsten Mitarbeiter dauerhaft in dieser verantwortungsvollen Arbeit gehalten werden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Kameradschaft in der Truppe.
Trotz der gelegentlichen Meinungsverschiedenheiten, die gemeinsamen Einsätze und Übungsalarme schweißten die Truppe zusammen. Es war auch absolut notwendig, denn im Ernstfall musste man sich auf seinen Kollegen absolut verlassen können. Ich verbrachte insgesamt drei Jahre in der betrieblichen Brandschutztruppe.
Prüfung zur Werkschutzfachkraft IHK
Bereits seit meinen Anfängen im Sicherheitsdienst im Jahr 2000 verfolgte ich das Ziel, mich fachlich zu qualifizieren und die Prüfung zur Werkschutzfachkraft IHK abzulegen. Im Jahr 2005 war es so weit. Ich wollte die Werkschutzlehrgänge III und IV besuchen und mich für die Prüfung zur Geprüften Werkschutzfachkraft bei der IHK anmelden. Ende August war die letzte Frist zur Anmeldung und ab 2006 wurde diese Prüfung nicht mehr abgenommen, nur die Wiederholungsprüfungen fanden noch statt. Diese liefen im Frühjahr 2007 aus und seit 2006 gab es die Nachfolgeprüfung Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (GSSK).
Es lief alles nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Mein damaliger Objektleiter blockte damals und wollte mich nicht über die Firma auf die Werkschutzlehrgänge III und IV schicken und mich für die Prüfung anmelden. Er sagte: „In der Brandschutztruppe brauchen Sie keine IHK-Prüfung.“ Klar, er wollte mich kleinhalten und verhindern, dass ich mich beruflich weiterentwickle. Also habe ich improvisiert und für die beiden Lehrgänge Urlaub genommen. Ich habe es geheim gehalten, dass ich die Lehrgänge in der Tasche hatte und habe es erst dann erwähnt, als ich mich zur Prüfung angemeldet hatte.
Mit mir zusammen meldeten sich noch sechs weitere Kollegen an. Man hatte wieder ein neues großes Ziel vor den Augen. Man war motiviert und schaute voller Tatendrang nach vorne. Jeder von uns wollte unbedingt die Prüfung schaffen. Für einige lief es blendend und zwei Kollegen bestanden die Prüfung beim ersten Mal. Ich schaffte es erst im zweiten Anlauf 2006 mit drei weiteren Kollegen.
Die verbliebenen zwei Kollegen schafften es leider auch beim dritten Mal im Frühjahr 2007 nicht. Nach der bestandenen Prüfung dauerte die Euphorie an, man hatte es endlich geschafft. Nach monatelangem Lernen, eingewickelt in Bücher, war man endlich am Ziel angekommen. Ich konnte mich ab sofort Geprüfte Werkschutzfachkraft IHK nennen. Die Qualifikation wurde auch ordentlich finanziell belohnt. Alle Zuschläge mit einberechnet, erhöhte sich mein Nettogehalt um satte 700 Euro monatlich.

Für mich begann ein komplett neuer Karriereabschnitt.
Arbeit als Security – Fazit
Seit 2000 hat sich die Sicherheitsbranche grundlegend geändert. Das Erscheinungsbild nach außen hat sich in den letzten Jahren leider negativ entwickelt und das Fundament bröckelt. Die Branche kämpft mit einem akuten Fachkräftemangel und der Arbeitsmarkt kann den negativen Trend nicht und die Nachfrage decken. Auch die Qualität der Sicherheitsdienstleistung hat in den letzten Jahren insgesamt nachgelassen, qualifizierte und fähige Führungskräfte fehlen, da die Führungskräfte der „alten Garde“ überwiegend bereits in der Rente oder kurz davor sind. Ich wünschte, ich könnte an dieser Stelle eine positive Prognose geben. Bedauerlicherweise ist das nicht möglich. Wenn die Sicherheitsbranche nicht von Grund auf reformiert wird und starke Anreize und Bedingungen geschaffen werden, dass sich wieder besseres Personal bewirbt und langfristig bleibt, sehe ich für das Gewerbe eine düstere Zukunft.
Ende
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