Deutsche Bahn erweitert Bodycam-Einsatz an Bahnhöfen

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Die Deutsche Bahn will mehr Beschäftigte mit tragbaren Videokameras ausstatten. Künftig sollen rund 2700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bahnhofsservice und in der Stationsbetreuung freiwillig Bodycams nutzen können. Damit reagiert der Konzern auf die steigende Zahl von Übergriffen auf sein Personal.

An den Hauptbahnhöfen Frankfurt am Main und Bielefeld sind erste Geräte bereits im Einsatz. Bevor die Beschäftigten eine Bodycam erhalten, werden sie im Umgang damit geschult. Die Kameras werden an der Kleidung getragen und können in einer Gefahrensituation per Knopfdruck aktiviert werden.

Mehr Angriffe auf Bahn-Beschäftigte

Die Bahn betrachtet die Geräte als Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung. Nach Angaben von Katja Hüske, Vorständin Personenbahnhöfe bei DB InfraGo, sollen sie insbesondere dazu beitragen, Konflikte frühzeitig zu entschärfen. Zugleich können die Aufnahmen nach einem Vorfall als Beweismittel dienen.

Hintergrund der Ausweitung ist eine zunehmende Zahl gewalttätiger Vorfälle. Nach Angaben des Unternehmens wurden allein im Regionalverkehr während des ersten Halbjahres 989 Übergriffe registriert. Das waren 14 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

In 781 Fällen handelte es sich demnach um einfache Körperverletzungen. Dazu zählt die Bahn unter anderem Schubsen, Festhalten und Bespucken. Hinzu kamen 185 versuchte Körperverletzungen. 22 Beschäftigte waren von schweren körperlichen Angriffen betroffen. Auch das Bahnhofspersonal geriet wiederholt ins Visier: Im selben Zeitraum meldete die Bahn 50 Angriffe auf Beschäftigte des Bahnhofsservices.

Besondere Aufmerksamkeit hatte zu Beginn des Jahres ein tödlicher Angriff auf einen Zugbegleiter bei Landstuhl in Rheinland-Pfalz ausgelöst. In der Folge kündigte Bahn-Chefin Evelyn Palla an, noch im Laufe des Jahres grundsätzlich allen Beschäftigten mit direktem Kundenkontakt freiwillig eine Bodycam anzubieten.

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Kameras bereits in Regional- und Fernzügen

Im Zugverkehr werden die Geräte bereits seit Längerem eingesetzt. Im Februar verfügten nach Angaben eines Bahn-Sprechers rund 1400 Zugbegleiter bei DB Regio über eine Bodycam. Im Juli folgte die Ausrüstung von etwa 2000 Beschäftigten im Fernverkehr.

Erste Pilotprojekte hatte es bereits vor rund zehn Jahren gegeben. Nach Einschätzung der Bahn wirken die sichtbar getragenen Kameras präventiv: Sie könnten potenzielle Angreifer abschrecken, Gewalttaten reduzieren und zugleich das Sicherheitsgefühl von Reisenden und Personal stärken.

Datenschutz bleibt umstritten

Datenschützer stehen einer Ausweitung des Bodycam-Einsatzes grundsätzlich offen gegenüber, fordern jedoch klare Grenzen. Dazu gehören kurze Speicherfristen, ein streng geregelter Zugriff auf die Aufnahmen und transparente Vorgaben darüber, wann gefilmt werden darf.

Besonders sensibel ist die Aufzeichnung von Gesprächen. Während reine Videoaufnahmen bereits in Persönlichkeitsrechte eingreifen können, würde eine zusätzliche Tonspur Fahrgäste noch stärker erfassen. Die Bahn plant dennoch einen Modellversuch mit Tonaufzeichnung. Ob und unter welchen Bedingungen diese Technik dauerhaft eingesetzt werden kann, dürfte deshalb auch von der datenschutzrechtlichen Bewertung abhängen.

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