Die Bundespolizei steht vor einer umfassenden Modernisierung ihrer Ausrüstung. Wie aus einer Anfang April veröffentlichten Ausschreibung hervorgeht, sollen insgesamt 2.500 neue Bodycams beschafft werden. Zusätzlich besteht die Option, weitere 1.500 Geräte zu bestellen. Für das Projekt sind laut Unterlagen des Beschaffungsamts rund 5,35 Millionen Euro eingeplant.
Cloud-Lösung als zentraler Bestandteil
Ein zentrales Element der Ausschreibung ist die Integration einer cloudbasierten Softwarelösung. Vorgesehen ist ein Software-as-a-Service-Modell (SaaS), das die Verwaltung der Geräte sowie die Speicherung und Verarbeitung der Videoaufnahmen übernimmt. Auch Betrieb, Wartung und technischer Support sollen Bestandteil dieses Gesamtpakets sein.
Die Anforderungen erinnern stark an bestehende Lösungen großer Anbieter im Sicherheitsbereich. In der Vergangenheit kamen bei der Bundespolizei unter anderem Systeme zum Einsatz, deren Aufnahmen auf Servern von Amazon gespeichert wurden. Diese Praxis hatte Kritik ausgelöst, insbesondere mit Blick auf den Datenschutz. Künftig soll die Datenverarbeitung daher ausschließlich in Rechenzentren innerhalb der Europäischen Union erfolgen – bevorzugt in Deutschland. Gefordert sind unter anderem mindestens zehn Terabyte Speicherkapazität.
Erfahrungen aus früheren Projekten
Die Bundespolizei hatte in der Vergangenheit wiederholt mit Problemen bei der Einführung und Nutzung von Bodycams zu kämpfen. So wurde bekannt, dass bei einer früheren Beschaffung die Laufzeit von Serviceverträgen nicht mit der geplanten Nutzungsdauer der Geräte übereinstimmte.
Auch die aktuelle Ausschreibung sieht zunächst eine vergleichsweise kurze Vertragslaufzeit von 24 Monaten vor. Der Rahmenvertrag kann jedoch bis zu dreimal um jeweils ein weiteres Jahr verlängert werden – allerdings nur, solange die maximale Bestellmenge von 4.000 Geräten noch nicht ausgeschöpft ist.
Geplante Ausweitung des Einsatzes
Der Einsatz von Bodycams ist bislang vor allem an öffentlich zugänglichen Orten wie Bahnhöfen vorgesehen. Doch das könnte sich bald ändern. Im Zuge der Reform des Bundespolizeigesetzes, die derzeit im Bundestag beraten wird, ist eine deutliche Ausweitung der Einsatzmöglichkeiten geplant.
Künftig sollen Bodycams auch bei Maßnahmen wie Durchsuchungen oder Identitätsfeststellungen eingesetzt werden dürfen. Der entsprechende Gesetzentwurf sieht darüber hinaus weitere Befugniserweiterungen für die Bundespolizei vor und könnte in den kommenden Wochen verabschiedet werden.
Mit der neuen Ausschreibung verfolgt die Bundespolizei somit nicht nur eine technische Erneuerung, sondern bereitet sich zugleich auf eine veränderte Einsatzpraxis vor.
- Bundespolizei plant Großbeschaffung: Tausende neue Bodycams mit Cloud-Anbindung – 4. April 2026
- Sicherheitskräfte begleiten Busse im Landkreis Rostock – 25. Februar 2026
- Sicherheitsproblem legt Flughafen Köln/Bonn zeitweise lahm – 14. Februar 2026


Schreibe einen Kommentar